Teil 3 von 3: „Urlaub am Bauernhof“ in Argentinien – Zu Besuch in Ocumazo entlang der berühmten Quebrada von Jujuy

Wunderschön: Ich habe das Gefühl, eines der sieben (oder waren es acht?) Weltwunder erlebt zu haben. So einen Canyon, mit solchen Formen & Farben, habe ich wahrhaftig noch nie gesehen – in meiner Erinnerung lässt dieser sogar den Grand Canyon blass aussehen. Zu Recht wurde diese Landschaft vor 10 Jahren als Welterbe deklariert.

Raúl, mein Kontakt zur Comunidad Ocumazo und als solcher Teil des „Red Argentina de Turismo Rural Comunitario“ (RATuRC) in Argentinien, hat nichts dagegen, dass ich mich erst ganz spontan zwei Tage vor meiner Anreise per Email melde. Nachfrage, ob es denn so kurzfristig überhaupt möglich sei, ihn und seine Familie im abgelegen Ocumazo-Tal zu besuchen. Nach fünf erstaunlich raschen Email-Antworten ist alles geklärt, von Salta aus werde ich direkt am Busbahnhof von San Salvador de Jujuy im hohen Norden Argentiniens von Raúl und „La Cocinera“ Hilda, der Köchin der Gemeinschaft, abgeholt.

Sicht auf ein Tal mit Häusern. Im Hintergrund erstrecken sich Berge.

Wir fahren entlang der berühmten Quebrada-Straße ganz im Norden Argentiniens, in der Provinz Jujuy Richtung Ocumazo, mein Aufenthaltsort für drei Tage.

 

Sechs Personen vor einer Mauer, zwei von den Personen sitzen auf der Mauer. Hinter ihnen befinden sich hohes Gras und Bäume.

Bei dieser liebenswerten Familie bin ich für ein paar Tage Gast und erlebe die Gemeinschaft in Ocumazo.

 

Ein aus der Nähe fotografierter Teller mit Essen. Im Hintergrund sind auf dem gleichen Tisch drei weitere Teller und ein Glas zu sehen.

Einer der großen Vorteile des „Turismo Vivencial“ mit einheimischen Familien: Das Essen kommt immer frisch auf den Tisch und schmeckt dank der guten Landwirtschaft hervorragend!

 

Ein Berg über dem die Sonne untergeht. Ein Teil des Berges verschwindet bereits im Schatten.

Der berühmte Quebrada-Canyon, Welterbe der Menschheit, im Licht der untergehenden Sonne … faszinierend.

„Turismo Vivencial“ in Ocumazo im Norden Argentiniens

Das müsst ihr gesehen haben. Nicht nur die Städte Argentiniens – Buenos Aires, Ushuaia, El Calafate, Mendoza, Salta: Wer wirklich reisen möchte, sage ich immer, der muss hinaus aufs Land. Raus aus der eigenen Komfortzone und hinein in die Häuser & Herzen der „wahren“ Einheimischen. Da „Reisen mit Einheimischen“ eine meiner Lieblingsarten zu reisen ist, bin ich umso erfreuter, dass es in Argentinien seit wenigen Jahren einen eigenen Reiseführer dafür gibt: Das „Red Argentina de Turismo Rural Comunitario„, kurz RATuRC.

Für zwei Tage lebe, atme und esse ich also mit Raúls Familie, Verwandten und Bekannten und erfahre nebenher alles über die Gemeinschaft am Land. Wie man auf 2.700 Meter Landwirtschaft betreibt, beispielsweise. Was hier alles wächst !!! Pfirsiche, Äpfel, Mais, Bohnen, Getreide, Quinoa, (Ziegen)käse, Brot: Die Menschen sind “reich und glücklich”, es ist schön hier zu sein, Früchte von den Bäumen naschen und dabei total entschleunigt fern jeglicher Zivilisation den Himmel, die Landschaft, die Sterne betrachten zu können … !

Handyempfang gibt es erst wieder am nächsten Hügel, der Aussichtspunkt auf den großartigen Quebrada-Canyon ist drei Stunden, 30 km oder 1.000 Höhenmeter (mit dem Auto, zwischen 3 und 30 km/h über eine Schotter- bzw. Allradstraße …) entfernt. Der Tourismus steht hier ganz am Beginn, erst wenige Paare bzw. Familien haben Ocumazo besucht darunter vorwiegend Argentinier, Franzosen, Spanier oder Deutsche. Und jetzt eben eine Österreicherin 😉 .

Auf mehreren Zweigen eines Baumes befinden sich Pfirsiche.

Die reifen Pfirsiche direkt vor der Haustür sind die reinste Verlockung … eigentlich sind wir ja nördlich des südlichen Wendekreises hier, doch der Regen / Fluss im Tal machen’s möglich – eine kleine Oasis in der sonst recht kargen Landschaft.

 

Ein Strauch Kräuter über dem sich eine Hand befindet. Zwischen zwischen zwei Fingern werden Blätter der Kräuter gehalten.

Hier bereiten wir trockene Kräuter, „Rica Rica“ für unseren Mate zu …

 

Auf einer Zeitung liegen mehrere Zweige von Kräutern. Darüber ist eine Frau zu sehen, welche sich eine Zweig nimmt. Hinter ihr befindet sich eine Mauer aus Ziegeln.

„Ich weiß schon, ich muss Dir etwas zu tun geben!“ meint Raúl augenzwinkernd zu mir, nachdem ich ihm von meiner Begeisterung für „Kreativ-Reisen“ erzählt habe. Schon bereite ich selbst die Teekräuter für unseren Mate zu!

 

Als ich nach 15 Jahren erneut vom Pferd fiel … Felsmalereien in Ocumazo zu besichtigen

Leute, das war ein Tag … “Reiten? Oh ja, das wird mein vierter Ausritt im Rahmen meiner Südamerika-Reise sein … klar, das geht schon! Ich freue mich!” So oder so ähnlich gab ich in diesem Moment Raúl und seinem Caballero Hector zu verstehen, dass ich mich auf den Ausritt am nächsten Tag freuen würde. Und in der Tat ist es total spektakulär, in dieser Landschaft zu reiten.

Ein Mann reitet auf einem Esel. Auf dem Weg befinden sich viele Steine. Vor ihm sind begrünte Hügel zu sehen.

Auf geht’s: Hoch zu Ross erkunde ich mit meinem persönlichen Gaucho Hector das Flusstal von Ocumazo.

 

Ein Esel auf einem sandigen und steinigen Weg. Neben ihm steht ein Mann der einen Hut trägt. Im Hintergrund sind grüne Sträucher und Hügel zu sehen.

Hector selbst reitet auf diesem Esel, einem eher störrischen Vieh – recht lustig das Ganze 😉 Naja, jedenfalls bis ich selbst vom Pferd falle … ups!

 

Ein Pferd streckt den Kopf empor. Der Untergrund auf dem es steht, ist steinig und sandig. Im Hintergrund sind Sträucher und Hügel zu sehen.

Meine Stute ist ein wenig nervös, doch letztendlich habe ich falsch reagiert und bin als diese im Flussbett strauchelt einfach „abgesprungen“ … seufz! Manchmal braucht es eben doch mehr Coolness und Erfahrung.

 

Felsmalereien. Zeichen welche in den Stein geritzt sind.

Die Felsmalereien sind es wert: Uralte Zeichen aus dem Leben der ortsansässigen Urvölker Lateinamerikas vor rund 5.000 – 10.000 Jahren.

Manchmal jedoch packt einen das Reisefieber und schüttelt einen derart, so dass man glaubt nicht mehr aufstehen zu können. In den ersten Sekunden nach meiner Bruchlandung (ich ließ leider instinktiv los, als meine Stute im Flussbett strauchelte) – an der letzten Flussüberquerung als wir um ein Haar angekommen wären, dachte ich nur, “so das war’s jetzt”. Blitzschnell stand ich wieder auf, wie um zu prüfen ob alles noch heil war. Tja, stehen konnte ich, aber wie … Die Tränen traten mir in die Augen, mein Bein tat höllisch weh und der mittlerweile blaue Fleck auf meinem linken äußerend Oberschenkel kann sich sehen lassen! Passend dazu ist der Muskel über dem linken Knöchel ebenfalls sehr beleidigt …

Tja. Wer das Abenteuer sucht, wird dies mitunter zu spüren bekommen. Von nun an gilt: Humpelnderweise durch Argentinien bzw. Chile! Gottseidank – oder leider? bleiben mir nur mehr ein paar Tage auf meiner Reise ;). Seufz. Die Felsmalereien über dem Fluss waren es auf jeden Fall wert. Die Tage in der Comunidad Ocumazo bei „meinen Familien“ ebenfalls.

Zwei Frauen stehen Arm in Arm vor einer Mauer. Im Hintergrund sind Sträucher zu sehen.

Tapfer nach dem Fall: Mit meiner lieben Köchin Hilda, die mir spontan ein selbst gewebtes Kopfband zum Abschied schenkt.

 

Sicht in ein Glas in mit Kräuter, welches von einer Hand gehalten wird.

Gedanken an Ocumazo: Köstliche „Rica-Rica“-Kräuter, die mir Raúl für meinen Mate einpackt!

 

Ein Esel wird an einer Kette gezogen. Hinter ihm befinden sich begrünte Hügel. Der Untergrund auf dem er sich befindet ist sandig und steinig.

Diese Viecher! Aber lieb sind sie schon … hihi! Was für eine Erfahrung hier in Ocumazo, Argentinien.

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